Children of GEWolution

Allein vor Ort? Gehemmt von schwer durchschaubaren Organisationsstrukturen? An den Rand gedrängt von Platzhirschen? Jungen Neulingen in der GEW soll es besser gehen. Deshalb startet die Bildungsgewerkschaft die GEWolution.

Children of GEWolution

„Ich bin nicht allein!“ Das wird eine wesentliche Erfahrung des bundesweiten Treffens junger Gewerkschafter*innen sein. In der Konferenz vom 14. bis 16. Mai 2016 kommen alle Organisationsbereiche der GEW zusammen, über Landesgrenzen hinweg. Unter den Teilnehmer*innen sind aktive Mitglieder ebenso wie solche, die sich bislang eher zurückgehalten haben. Ein Konzept, das aus der Vereinzelung herausholt, die vor Ort oft herrscht. Und ein Konzept, das sich bewährt hat: Die erste Bundesjugendkonferenz der GEW fand 2012 unter dem Mottro „Occupy Union“ statt – für Aktive ein Motivationskick, für Nichtaktive ein toller Erstkontakt mit der aktiven GEW und eine niederschwellige Option, in die gewerkschaftliche Arbeit reinzuschnuppern.

„Meine Themen sind auch GEW-Themen!“ Das ist die zweite Erkenntnis der GEWolution, die Teilnehmende motiviert sich auf die Organisationsstrukturen einzulassen und vor Ort aktiv zu werden. Workshops und andere partizipative Formate  – zum Beispiel eine Open-Space-Phase – laden während der Konferenz dazu ein sich über genau die Themen auszutauschen, die Gewerkschafter*innen unter 35 Jahren bewegen.

Innovativ arbeitet auch die 15-köpfige Projektgruppe, die die GEWolution organisiert: Die Mitglieder sind nicht in ein Amt gewählt worden, sondern haben sich durch den Aufruf der entsprechenden Bundesgremien zusammengefunden. Für einen begrenzten Zeitraum von etwa eineinhalb Jahren arbeiten sie nun an diesem ganz konkreten Projekt mit klaren Zielen. Dabei war die Zeitplanung von Anfang an extrem wichtig, damit alle anfallenden Aufgaben überschaubar und schaffbar blieben. Es motiviert sehr, dass die Gruppe im Rahmen des Projekts autonom agieren darf. Der gesamte Planungsprozess ist basisdemokratisch angelegt und jede und jeder Einzelne kann aktiv an Entscheidungsprozessen mitwirken. Hier ist es die Zielgruppe selbst, die die Planung übernimmt – von der Studentin aus NRW bis zum jungen Grundschullehrer und Familienvater aus Sachsen.

Na klar: Hier hat sich kein eingespieltes Team zusammengefunden und es läuft natürlich nicht immer alles reibungsfrei – das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Eingefahrene Strukturen gibt es bei uns jedenfalls nicht und faire Kommunikation schafft eine Arbeitsatmosphäre, in der man Lust hat sich ehrenamtlich zu engagieren. 

Und trotz des großen Engagements – ohne hauptamtliche Unterstützung wäre es nicht gegangen.

Das Tolle an einem Projekt ist ja auch, dass man hinterher tatsächlich Erfolge messen kann. Und zumindest der letzten Bundesjugendkonferenz ist das gelungen: Viele der Teilnehmer*innen aus NRW haben ihren Weg in die aktive Gewerkschaftsarbeit gefunden und engagieren sich heute im Studierendenausschuss, in der jungen GEW oder in einer anderen Fachgruppe, die zu ihrem Arbeitsumfeld passt. Übrigens: Mich hat „Occupy Union“ damals umgestimmt, weiterhin aktiv zu bleiben.

Hanna Tuszynski
Mitglied im Ausschuss junge GEW NRW

Foto: kallejipp / fotolia.com

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