Beziehungsarbeit auf allen Ebenen

Beziehungsarbeit auf allen Ebenen

Schulsozialarbeit als ein kontinuierliches Jugendhilfeangebot im System Schule für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach den Grundlagen der Sozialen Arbeit – das ist zeitgemäße Schulsozialarbeit! Schule braucht – heute mehr denn je – multiprofessionelle Fachkompetenz bei der Erfüllung des ganzheitlichen Bildungsauftrags. Die wenigen personellen Ressourcen der Schulsozialarbeit, auf die wir kommunal, landes- und bundesweit blicken, sind oftmals überlastet, weil sie in vielen aktuellen ganzheitlichen Bildungsfragen unterstützen sollen. Diese Ressourcen müssen dringend und ohne Projektstatus ausgebaut werden, damit die Kooperation von Jugendhilfe und Schule an dieser Stelle zunehmend präventiv und nicht nur nach „Feuerwehrmanier“ funktionieren kann.

Qualität und Kontinuität sichern – zum Beispiel in Dortmund

Schulsozialarbeit ist seit 2005 ein wichtiger Baustein in der Weiterentwicklung der kommunalen Bildungslandschaft in Dortmund. Diese Grundhaltung hat sich auch mit den aktuellen Herausforderungen im System Schule nicht verändert. An Dortmunder Schulen sind SchulsozialarbeiterInnen kontinuierlich in Schule tätig. Sie leisten aber auch darüber hinaus wichtige Netzwerkarbeit im Sozialraum und finden außerschulische Kooperationsmöglichkeiten, die der Förderung und dem Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen dienen. So spielt Schulsozialarbeit als ein Baustein von Schulentwicklung eine bedeutende Rolle.
In Dortmund haben sich die „Kooperationsvereinbarung zum Einsatz von Schulsozialarbeit an Dortmunder Schulen“ zwischen Land, Stadt und den freien Trägern sowie das „Rahmenkonzept für Schulsozialarbeit an Dortmunder Schulen“ bewährt. Sie bilden eine Grundlage zur träger-übergreifenden Qualitätssicherung. Zusätzlich unterstützt der Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Dortmund, mit dem 2009 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen wurde, die qualitative Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit. Die Trägerübergreifende Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit – angesiedelt im Fachbereich Schule – begleitet die Qualitätsentwicklung und -sicherung. Sie bietet trägerübergreifend Fachberatung, multiprofessionelle Fortbildungen, Qualitätszirkel und Kooperationstreffen für die Träger der Schulsozialarbeit an. Die Koordinierungsstelle versteht sich als eine Servicestelle für Schulsozialarbeit und hat ihre Angebotspalette über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und etabliert. Soziale Arbeit bedeutet immer Beziehungsarbeit – auch auf Seite der Träger ist dies eine zentrale Gelingensbedingung für erfolgreiche Schulsozialarbeit!

Sichere Beschäftigungsverhältnisse schaffen

Um den gegenwärtigen Herausforderungen gerecht zu werden, braucht Schulsozialarbeit allerorts entfristete Arbeitsverträge, damit Fachkräfte, die in der Begleitung Sicherheit und Orientierung geben sollen, selbst eine gesicherte Existenz haben. Zudem brauchen wir bundesweit endlich eine angemessene Anzahl von SchulsozialarbeiterInnen in Schulen, die den zunehmenden Herausforderungen und den unterschiedlichen Arbeitsfeldern im System Schule entspricht. ExpertInnen empfehlen ein Betreuungsverhältnis von mindetens 1 : 180 – das wäre ein guter Anfang und würde zu einer präventiven Qualitätsentwicklung beitragen.
Schule als ein Lebensort, der die Vielfalt junger Menschen berücksichtigt, der sich der Förderung von Persönlichkeit und Potenzialen widmet, braucht ein multiprofessionelles Team, zu dem auch die Schulsozialarbeit gehört. Nur so kann es gelingen, jedes Kind mitzunehmen. Zumal die Vielfalt der jungen Menschen in unserem Land gerade immer bunter wird und das ist gut so!

Heike Niemeyer
Trägerübergreifende Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit der Stadt Dortmund

Foto: marqs./photocase.de

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