Gemeinsam mehr erreichen – für eine bessere Bezahlung!

Tarifrunde 2017

Im Januar 2017 starten die Verhandlungen für prozentuale Erhöhungen der Entgelttabelle im Tarifvertrag der Länder (TV-L). Für die GEW NRW sind die Eingruppierung und die bessere Bezahlung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte noch lange nicht vom Tisch.

Nachdem die letzte Länder-Tarifrunde im März 2015 hinsichtlich der prozentualen Erhöhung der Gehälter und der Sicherung der Betriebsrente (VBL) erfolgreich war, allerdings enttäuschend für die Forderungen der tarifbeschäftigten Lehrkräfte zu einer besseren Eingruppierung, steht nun die nächste allgemeine Tarifrunde vor der Tür. Mitte Januar 2017 werden die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes den Arbeitgebern ihre Forderungen übergeben. Bis dahin laufen interne Diskussionen mit den Gewerkschaftsmitgliedern.

Forderungsdiskussion in der GEW

Die Bundestarifkommission der GEW, in der acht ehrenamtliche KollegInnen aus NRW vertreten sind, eröffnet am 10. November 2016 offiziell die Forderungsdiskussion. Bei der landesweiten Tarifkonferenz der GEW NRW, die am 21. November unter dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ stattfindet, werden die Forderungen dann mit Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW NRW, Andreas Gehrke, Leiter des Vorstandsbereichs Tarif- und Beamtenpolitik, Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW Sachsen, und Doreen Siebernik, Landesvorsitzende der GEW Berlin, diskutiert und mögliche Durchsetzungsstrategien beraten. Alle GEW-Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen, teilzunehmen und sich aktiv zu beteiligen. Am 13. Dezember wird die Bundestarifkommission dann einen Forderungsbeschluss fällen, der in die weitere Diskussion bei der Verhandlungsführerin ver.di eingebracht wird. Die GEW fordert nach wie vor eine bessere Bezahlung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte: 30,- Euro brutto monatlich mehr – so in der Tarifrunde 2015 zwischen Arbeitgebern und Deutschem Beamtenbund (dbb) vereinbart – sind für die GEW nicht ausreichend!

Kopf in den Sand? Nicht mit der GEW!

Die GEW NRW und die aktiven Mitglieder vor Ort in den Tarifarbeitskreisen werden die kommenden Wochen nutzen, um die Landtagsabgeordneten über die Ungerechtigkeiten des Tarifvertrags aufzuklären. Sie werden sie dazu auffordern, sich gegenüber dem NRW-Finanzministerium und darüber auch gegenüber den anderen LandesvertreterInnen in der TdL für die Interessen der Tarifbeschäftigten in NRW einzusetzen, denn hier sind es rund 40.000 Betroffene, die gute Arbeit leisten, aber nach wie vor unzureichend bezahlt werden. Mehr Geld für Bildung hat noch nie geschadet – im Gegenteil! Gute Bildungsarbeit wird gerade angesichts aktueller politischer Entwicklungen immer wichtiger und diese kann langfristig nur von wertgeschätzten und motivierten KollegInnen geleistet werden. Deshalb fordert die GEW die handelnden PolitikerInnen auf, endlich ihrer Verantwortung gegenüber den Lehrkräften gerecht zu werden und Verbesserungen ihrer Bezahlung zu erreichen. Und genau dafür brauchen wir die KollegInnen vor Ort: Zeigt euch auf der Straße, nehmt an Aktionen teil, besucht die Tarifkonferenz und setzt ein deutliches Zeichen in Richtung der Politik! So geht es nicht weiter – die Zeit zum Handeln ist jetzt!

Joyce Abebrese, Referentin für Tarifrecht der GEW NRW

Foto: Alik Mulikov / fotolia.com

 

Rückblick

Tarifrunde 2015

Der Kampf der GEW für eine faire Eingruppierung tarifbeschäftigter Lehrkräfte geht 2017 in sein viertes Jahr. Was ist bislang passiert?
Die GEW führt seit Anfang 2014 Gespräche mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zur verbesserten Eingruppierung von Lehrkräften. Die Tarifverhandlungen zur allgemeinen Entgeltrunde, also zu prozentualen Erhöhungen der Entgelttabelle – wurden im Februar und März 2015 dann genutzt, um erneut über einen Tarifvertrag für Lehrkräfte zu verhandeln.
Allerdings wurden bestimmte Kompromissforderungen der GEW nicht eingehalten. So konnte zum Beispiel die Verschiebung der Paralleltabelle nicht beschlossen werden. Gefordert war die Zuordnung der Entgeltgruppen zu der jeweiligen Besoldungsgruppe, also: A 12 = EG 12 statt wie bisher A 12 = EG 11. Stattdessen ist der Deutsche Beamtenbund (dbb) mitsamt seinen Mitgliedsverbänden – darunter VBE, Philologenverband, lehrer nrw, vlw und vlbs – dazwischengesprungen und hat mit den Arbeitgebern eine minimale „Angleichungszulage“ in Höhe von 30,- Euro brutto für einige Beschäftigtengruppen bis einschließlich EG 11 vereinbart. Dies sollte der „erste Schritt zu einer Höhergruppierung in die nächsthöhere Entgeltgruppe“ sein. Als die geringe Höhe der Angleichungszulage bekannt wurde und die Arbeitgeber nicht bereit waren, einen Zeitraum festzulegen, in dem die tatsächliche Angleichung – also die Höhergruppierung in die höhere Entgeltgruppe – erreicht werden soll, ist die GEW aus den Tarifverhandlungen ausgestiegen.

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