Gute Bildungsbauten sind kommunale Wertschätzung

Gute Bildung braucht gute Rahmenbedingungen und der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen hängt nicht allein vom Lernen und von Pädagog*innen ab. Lange Zeit wurden die Gebäude in ihrer Bedeutung für den Bildungserfolg unterschätzt. Inzwischen werden sie gleichberechtigt als „dritter Pädagoge“ bezeichnet, neben Mitschüler*innen und Lehrkräften.

Gute Bildungsbauten sind kommunale Wertschätzung

Zeitgemäßer Lernraum: freundlich, multifunktional und technisch up to date

Welche Schule, welches Lehren und Lernen wollen wir? Und welche Lernumgebung trägt mit dazu bei, dass dieses Lehren und Lernen bestmöglich gelingen kann? Im Idealfall spiegeln das Gebäude, seine Räume und deren Gestaltung die pädagogische Ausrichtung der Schule und die Einzigartigkeit der Schulgemeinde wider. Die Realität in den Kommunen sieht aber häufig anders aus. Über viele Jahrzehnte wurden zweckmäßige Schulbauten errichtet, die den pädagogischen Anforderungen nicht immer gerecht wurden.
Doch das pädagogische Verständnis hat sich gewandelt. Offenere Lernformen, selbstständiges Lernen in kleinen Gruppen oder im Klassenverband sind mittlerweile Standard an vielen Schulen. Die vorhandenen Schulgebäude sind in die Jahre gekommen und weisen einen mehr oder weniger hohen Sanierungsbedarf auf. Das ist in fast allen Städten dieselbe Situation. Wir haben in Bochum in den vergangenen Jahren dreistellige Millionenbeträge in die Schulinfrastruktur investiert und mit dem Neuen Gymnasium Bochum einen Neubau errichtet, der modernen Ansprüchen gerecht wird. Das Ergebnis sind ein freundliches und lichtdurchflutetes Schulgebäude, flexible und multifunktional nutzbare Räumlichkeiten, moderne und technisch optimal ausgestattete Klassenräume, Erholungszonen und vieles mehr. Damit ist aber der Sanierungsbedarf bei weitem noch nicht gedeckt. Wir werden in Bochum auch in den nächsten Jahren weiterhin in Bildung investieren, modernisieren und bestmögliche Bedingungen für Bildung schaffen.

Schulen beteiligen und Wertschätzung ausdrücken

Neben eigenen Mitteln der Stadt Bochum fließen allein aus den sogenannten Konjunkturprogrammen III und IV sowie dem Kreditprogramm „Gute Schule 2020“ des Bundes und des Landes rund 127 Millionen Euro fast überwiegend in Bildung. Von 2012 bis 2022 investieren wir mehr als 400 Millionen Euro in unsere Schulen. Dabei lassen wir nicht nur Leuchtturmprojekte entstehen, sondern investieren nachhaltig und zeitgemäß an vielen schulischen Lernorten in die Bildungsinfrastruktur, damit möglichst viele Schüler*innen sowie Lehrkräfte von den Maßnahmen profitieren.
Zur Verwendung der Mittel aus dem Kreditprogramm „Gute Schule 2020“ haben wir fünf Schwerpunkte definiert: den Ausbau der digitalen Infrastruktur, das Aktionsprogramm naturwissenschaftliche Räume, das Schulsportstättenprogramm, den Ausbau der Flächen für den offenen Ganztag sowie Großprojekte. Eines unserer Großprojekte ist der Neubau des Schulzentrums Gerthe, in dem der konzeptionelle Ansatz der Stadt Bochum deutlich wird: Wir beziehen die Schulgemeinden aktiv in die Planung ein und berücksichtigen deren Anforderungen. Die Raumprogramme wurden in Abstimmung mit den Schulen in Anlehnung an aktuelle pädagogische Anforderungen erstellt. Die Schulen waren Beteilgte des Architekturwettbewerbs, haben ihre Bewertungen eingebracht und den Siegerentwurf mit ausgewählt. Auch an den noch folgenden Planungsschritten werden sie mitwirken.
Die Art und Weise, wie sanierte oder neugebaute Bildungsräume gestaltet und eingerichtet sind, drückt die Wertschätzung der Kommune für diejenigen aus, die ein Schulgebäude tagtäglich nutzen. Wir werden diesen Ansatz der Teilhabe von Schulgemeinden am Planungs- und Bauprozess weiterverfolgen und haben beispielsweise mit dem Neubau der Grundschule Feldsieper Straße schon das nächste Projekt im Blick.


Thomas Eiskirch
Oberbürgermeister der Stadt Bochum

Foto: kin kohana

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