Kommentar: Schwarz-gelber (Unterrichts-)Ausfall

Erste Ergebnisse der Erhebung liegen vor

Kommentar: Schwarz-gelber (Unterrichts-)Ausfall

Schwarz-gelb wollte es genauer wissen, Schwarz-gelb weiß es nun genauer: Seit diesem Schuljahr lässt die Landesregierung den Unterrichtsausfall erheben: digital, schulscharf, flächendeckend und teuer. Nicht wissen wollen CDU und FDP übrigens, in welchem Umfang Lehrer*innen durch unbezahlte Mehrarbeit zur Vermeidung von Unterrichtsausfall beitragen. Wissensdurst hat offenbar Grenzen. Ärgerlich.
Ende März gab es erste Ergebnisse. Aber auch echte Erkenntnisse? Laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer lieferte die „flächendeckende Erhebung ein realistischeres Bild vom Unterrichtsausfall“. Der Unterrichtsausfall im ersten Schulhalbjahr beträgt über alle Schulformen hinweg 4,8 Prozent. Und nun? In der Spitze sind an den Schulen in NRW mehr als 8.000 Stellen unbesetzt und die Landesregierung betreibt Mangelverwaltung. Stellen, die eigentlich Unterrichtsausfall verhindern sollen, die für Vertretungs- und Förderaufgaben gedacht sind, müssen häufig schlicht den Grundbedarf der Schulen decken.
Wüsste man es nur ganz genau, würde alles besser. Das hat die Landesregierung schon suggeriert, als sie noch in der Opposition war. Und genau das hat sie auch in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben: „Ausgangspunkt der Bekämpfung des Unterrichtsausfalls kann nur eine genaue Erfassung sein.“ Aber: Vom Wiegen wird die Sau nicht fetter. Also ist ab jetzt jede Stunde Unterrichtsausfall schwarz-gelber Ausfall. Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen warten auf die schwarz-gelbe Problemlösung.


Michael Schulte

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