Tag der Arbeit 2017: Wir sind viele. Wir sind eins.

Tag der Arbeit 2017

Für mehr Respekt, Menschlichkeit und Solidarität gingen in NRW zum Tag der Arbeit über 65.000 Menschen zusammen mit den Gewerkschaften auf die Straße. Bundesweit wurden 360.000 Personen gezählt, die unter dem Motto „Wir sind viele. Wir sind eins.“ an den Veranstaltungen des DGB teilnahmen. Die GEW NRW forderte bei den Kundgebungen, die soziale Spaltung in NRW zu überwinden – mit Bildung.

Zentrale Kundgebung in Köln

Mehr sichere und fair bezahlte Arbeit!

Die zentrale Kundgebung des DGB NRW fand mit rund 5.000 Menschen in Köln statt. Dort sprach unter anderem der DGB-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber.

Andreas Meyer-Lauber erinnerte an die Erfolge der Gewerkschaften: „Vieles, was wir gefordert haben, wurde seit 2010 von der Landesregierung umgesetzt.“ Dazu zählten der gesetzliche Mindestlohn, das Tariftreue- und Vergabegesetz und ein neuer sozialer Arbeitsmarkt ebenso wie die Abschaffung der Studiengebühren und mehr Personal im öffentlichen Dienst. Trotzdem sei noch viel tun. „Schlecht bezahlte Arbeit zu unfairen Bedingungen ist für zu viele Menschen noch gelebte Realität“, sagte der DGB-Landesvorsitzende. „Unsere wichtigste Forderung zur Landtagswahl lautet daher: Mehr sichere und fair bezahlte Arbeit in Nordrhein-Westfalen. Arm trotz Arbeit muss endlich der Vergangenheit angehören und der Niedriglohnsektor konsequent bekämpft werden.“ Mit Blick auf das diesjährige Motto sagte er: „Die Gewerkschaften setzen auf Respekt, Menschlichkeit und Solidarität.“ Eine Partei, die gegen Ausländer*innen, Muslim*innen und Andersdenkende hetze, sei keine Alternative. „Die AfD ist aus Sicht der Gewerkschaften nicht wählbar!“

DGB NRW

GEW NRW bei Maikundgebungen

Soziale Spaltung überwinden – mit Bildung

Bei den Kundgebungen zum Tag der Arbeit 2017 rückte die GEW NRW die soziale Schieflage in den Mittelpunkt. Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW, sprach in Unna. Maike Finnern, stellvertretende Vorsitzende, hielt ihre Rede zum 1. Mai in Detmold.

„Das deutsche Bildungssystem polarisiert. Es gibt Gewinner*innen und zahlreiche Verlierer*innen. Die Zahl der jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss ist bedrückend hoch“, kritisierte Dorothea Schäfer bei der Kundgebung in Unna und appellierte an die Politik: „Wir brauchen mehr finanziellen Spielraum für gute Schulen und Kitas, in der Erwachsenenbildung, in der Berufsbildung und für die Hochschulen für mehr und bessere Integration und Chancengleichheit. Und dafür brauchen wir jeden Euro!“ Beim Tag der Arbeit gehe es vor allem um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, aber der DGB NRW und die Gewerkschaften wollten auch gesellschaftspolitisch eine Rolle spielen. Angesichts der Zunahme von Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewaltbereitschaft müssten alle Gewerkschafter*innen Flagge zeigen. Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, Respekt und Solidarität – so heiße die gewerkschaftliche Antwort auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Nur gemeinsam könne die gesellschaftliche Spaltung aufgehalten werden, so Dorothea Schäfer: „Das gilt für die Generationen, für Geflüchtete, für Menschen mit und ohne Behinderung. Am heutigen 1. Mai ist die Gelegenheit, diese Themen wieder auf den Tisch zu bringen.“
„Die soziale Schieflage bleibt die Achillesferse unseres Bildungssystems“, betonte auch Maike Finnern bei der Kundgebung in Detmold und hob zugleich die zentrale Rolle der Beschäftigten im Bildungssektor hervor: „Bei allen daraus resultierenden bildungspolitischen Forderungen – wie beispielsweise der flächendeckende Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung des Ganztags, die Einführung eines schulscharfen Sozialindex sowie ein gebührenfreies Bildungssystem von der Kita bis zur Hochschule oder zum Meisterbrief – dürfen die Arbeitsbedingungen unserer Kolleg*innen in den Bildungseinrichtungen nicht aus dem Blick geraten. Sie sind wesentlich für das Gelingen guter Bildung!“


Anja Heifel, nds-Redaktion 

Foto: S. Ziese

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