Anders. Besser.

Forderungen der GEW NRW für die Lehrerausbildung in NRW

Nicht mehr in der Klasse, endlich vor der Klasse. So lautet für viele junge Kolleg*innen das Motto auf dem Weg in den Beruf. Allerdings können Studium, Referendariat und Berufseinstieg nicht so bleiben wie sie sind.

Dem zukünftigen Mangel an Lehrer*innen muss begegnet und Belastungen in der Ausbildung und beim Berufseinstieg deutlich verringert werden. Zusätzlich brauchen junge Kolleg*Innen eine bessere Perspektive für ihre Karriere am Arbeitsplatz Schule. Aus gutem Grund lautet daher die Forderung der GEW NRW: Anders. Besser.

Studium

Reform der Ausbildung 
Wir fordern eine kontinuierliche Reform der Lehrerausbildung, damit Studierende besser auf den sich wandelnden Arbeitsplatz Schule vorbereitet werden. Sowohl das Gemeinsame Lernen als auch die Beschulung von geflüchteten Kindern muss im Rahmen der Ausbildung Berücksichtigung finden. 

Recht auf den Masterplatz
Studierende sollten nicht zittern müssen, ob sie ihr Studium ohne Verzögerung beenden können. Da der Masterabschluss im Rahmen der Lehrerausbildung von der Politik zu Recht gefordert wird, muss die Politik auch die nötigen Studienplätze bereitstellen.  

Hochschulen besser ausstatten
Die Ausbildung von Lehrer*innen kostet. Dritt-mittel sind in diesem Bereich eher die Ausnahme. Das darf jedoch kein Grund sein für die oft mangelhafte Ausstattung an den Hochschulen.

Belastungen im Praxissemester senken
Die Belastungen im Praxissemester durch Wohnortwechsel, lange Fahrzeiten oder den Verlust des Nebenjobs erfordern eine umfassende Reform. Diese sollte eine angemessene Bezahlung, eine günstigere Verteilung in den Ausbildungsregionen sowie eine Verbesserung der Unterstützung und Beratung der Studierenden durch alle beteiligten Institutionen beinhalten. 

Referendariat

Bedarfsdeckenden Unterricht abschaffen
Das Referendariat wurde verkürzt, der bedarfsdeckende Unterricht ist gleich geblieben. Eine fatale Fehlentscheidung, die die Belastung für die Auszubildenden noch einmal erhöht hat. Unterricht unter Anleitung, Ausprobieren und die Suche nach neuen Lösungen im Team wurden der Bedarfsdeckung untergeordnet.

Angemessene Bezahlung
Seit Jahren fordert die GEW NRW eine deutlich bessere Bezahlung im Vorbereitungsdienst. Mindestens 1.600,- Euro sollten es monatlich sein.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken
Auch während des Referendariats werden Familien gegründet. Das Teilzeitreferendariat gibt es immer noch nicht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss jedoch auch in der Ausbildung möglich sein.     

Mitbestimmung stärken
Lehramtsanwärter*innen sind Expert*innen für die Ausbildung an Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL). Warum wird diese Expertise nicht genutzt? Bei den Mitbestimmungsmöglichkeiten im Rahmen der Ausbildung gibt es aus unserer Sicht noch reichlich Luft nach oben.

Berufseinstieg

Sichere Perspektiven schaffen
Alle ausgebildeten Lehrer*innen werden dauerhaft an den Schulen gebraucht. Zunächst befristete Einstellungen nach dem Referendariat sind Unsinn. Wer Perspektiven vermitteln soll, benötigt diese auch am eigenen Arbeitsplatz. 

Anhebung der Altersgrenze
NRW bildet das Schlusslicht. Auch nach der letzten Anhebung der Höchstaltersgrenze für die Verbeamtung ist diese im Vergleich mit anderen Bundesländern extrem niedrig. Die GEW NRW hält sie im Grunde für überflüssig, sie sollte zumindest deutlich angehoben werden. 

Fortbildung und Coaching ermöglichen
Der Berufseinstieg stellt Anforderungen an junge Lehrer*innen, die besser bewältigt werden können, wenn es am neuen Arbeitsplatz Unterstützung gibt. Dazu gehören professionelle Beratung und die Möglichkeit, die Unterrichtsverpflichtung beim Berufseinstieg durch Anrechnungsstunden zu reduzieren.

Gleiche Bezahlung bei gleicher Ausbildung:
Wer eine gleichwertige Ausbildung der verschiedenen Lehrämter schafft, muss auch die Besoldung angleichen. Wir fordern A 13z als Eingangsbesoldung für alle. Die derzeitige Regelung ist verfassungswidrig – das belegt ein Rechtsgutachten im Auftrag der GEW NRW. 

Julia Löhr
Jugendbildungsreferentin der GEW NRW

Foto: David-W. / photocase.de

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