Jetzt ist aber Feierabend!

Tipps für die Arbeit im Homeoffice

Lehrer*innen arbeiten nur bis mittags und haben ständig Ferien. Schön wär’s! Leider hält sich das Klischee vom gut bezahlten Halbtagsjob hartnäckig, denn ein großer Teil der Arbeitszeit von Lehrer*innen ist für andere unsichtbar: Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Verwaltungsarbeit – viele dieser Aufgaben erledigen die Kolleg*innen zu Hause. Umso wichtiger ist es, dass sie wissen, wann Feierabend ist.

Jetzt ist aber Feierabend!

An den meisten Schulen ist Ganztagsunterricht inzwischen selbstverständlich, obwohl die Schulen dafür nach wie vor schlecht ausgestattet sind. Kaum eine Schule verfügt über ruhige Arbeitsplätze für die Lehrkräfte. Tatsache ist aber, dass weniger als die Hälfte der Arbeitszeit auf das eigentliche Unterrichten entfällt. Ungefähr 55 Prozent der Arbeitzeit werden für die Vorbereitung der Unterrichtsstunden, Korrekturen, Verwaltungstätigkeiten, Konferenzen, Sprechstunden, Elternabende und ähnliche Aufgaben benötigt. Insbesondere Kolleg*innen mit zwei Korrekturfächern kennen kaum freie Wochenenden. Wochenarbeitszeiten von 50 Stunden und mehr sind keine Ausnahme. Wenn es Ihnen auch so geht und Sie keine Zeit mehr finden, sich mit Freunden zu treffen, Sport zu treiben, ins Kino zu gehen oder andere Dinge zu tun, die Ihnen Spaß machen, wird es höchste Zeit, gegenzusteuern!

Den Arbeitsplatz verschwinden lassen

Ein erster Schritt könnte eine stärkere Trennung von Beruf und Privatleben sein. Da Lehrer*innen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen, ist das gar nicht so einfach. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihr Homeoffice nicht immer sichtbar ist. Wenn kein Arbeitszimmer zur Verfügung steht, lassen Sie Ihren Arbeitsplatz in einem Schrank verschwinden oder benutzen Sie einen Raumteiler, insbesondere wenn Sie im Schlafzimmer arbeiten. Werfen Sie alle Materialien weg, die Sie nicht brauchen und sorgen Sie regelmäßig für Ordnung. Legen Sie sich zwei verschiedene Telefonnummern zu. Eine für private Angelegenheiten, eine ausschließlich für die Schule. Gehen Sie nur zu bestimmten Zeiten an das „Schul-Telefon“ und nutzen Sie die Mailbox oder einen Anrufbeantworter. 

Arbeitszeit klar begrenzen

Am wichtigsten ist es aber,  klar zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu unterscheiden – insbesondere an den Wochenenden und in den Ferien. Planen Sie vorher, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten Sie arbeiten wollen und wann Sie sich freinehmen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Arbeitszeit am Schreibtisch zu begrenzen, auch in der Woche, wenn Sie sich abends noch einmal hinsetzen. Legen Sie in jedem Fall fest, wie lange Sie arbeiten wollen – kein „open end“! So verschwenden Sie weniger Zeit mit Vermeidungsverhalten und schlechtem Gewissen. 

Sich Zeit für Schönes nehmen

Konzentrieren Sie sich auf eine Aufgabe und bringen Sie sie zu Ende. Verlieren Sie sich nicht in unnötigen Recherchen und arbeiten Sie ergebnisorientiert. Das gelingt am besten, wenn Sie sich nach der Arbeit etwas vornehmen, das Ihnen Freude macht, zum Beispiel Freunde treffen, einen Film gucken, lesen oder Sport machen. Wer jetzt einwendet, dass ihm gar nichts anderes übrig bleibt als bis tief in die Nacht zu arbeiten, befindet sich in einem Teufelskreis. Vor allem Berufseinsteiger*innen kennen dieses Problem. Machen Sie nicht den Fehler, Hobbys und Freundschaften für die Schule zu opfern. Wer abends und an den Wochenenden noch etwas vorhat, ist weniger perfektionistisch und gelassener und wird auf die Dauer auch lernen, mal Nein zu sagen. Die Schule wird nur dann weniger Raum in Ihrem Leben einnehmen, wenn etwas anderes, das Ihnen guttut, mehr Platz bekommt.

Carolin Sponheuer
Kommunikationstrainerin und Supervisorin (DGSv)

Foto: knupp / photocase.de

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