A 13 für alle Lehrkräfte: Fünf Schulformen – ein Ziel

Aktionen für faire Bezahlung für alle Lehrkräfte in NRW

Vertreter*innen aus den GEW-Landesfachgruppen der Sekundarstufe I und der Grundschule bereiten in diesem Jahr gemeinsam „JA-13-Aktionen für faire Besoldung in NRW“ vor. Worum geht es genau? Und wie können Kolleg*innen mitmachen? Die nds hat mit den Aktiven gesprochen.

nds: Warum habt ihr euch zusammengetan und was wollt ihr erreichen?

Heike Böving, Gesamtschule: Die Fachgruppe Grundschule hat im November 2016 mit öffentlichen Aktionen darauf aufmerksam gemacht, dass eine gleiche Besoldung aller Lehrkräfte in NRW dringend geboten ist, denn die Ausbildung ist seit 2009 für alle Lehrer*innen gleich lang und die Anforderungen sind äquivalent. Genau wie an Grundschulen arbeiten auch an Haupt-, Real-, Gesamt-, Gemeinschafts-, Sekundar- und PRIMUS-Schulen überwiegend Kolleg*innen, die in A 12 oder EG 11 eingruppiert sind. Sie leisten gleichwertige Arbeit wie ihre Kolleg*innen in anderen Schulformen, die jedoch besser bezahlt werden. Kolleg*innen, die nach den alten Regelungen eine kürzere Ausbildung absolviert haben, gleichen das mit ihrer langjährigen Erfahrung mehr als aus.
Die GEW NRW fordert: Die ungleiche Bezahlung muss beendet werden! Alle verbeamteten Lehrer*innen in NRW müssen im Eingangsamt mit A 13 Z besoldet werden, Tarifbeschäftigte entsprechend nach EG 13. Deshalb stellen wir in diesem Jahr gemeinsam mit allen fünf Schulformen eine zentrale Aktion auf die Beine.

nds: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat eine Besoldungsreform angekündigt. Ist Protest trotzdem weiter nötig?

Susanne Huppke, Grundschule: Die Ankündigung der Ministerin ist ein positives Signal. Ungeklärt ist aber insbesondere die Frage, wie Kolleg*innen einbezogen werden, die vor 2009 studiert haben. Wir werden daher am 21. November 2017 in Düsseldorf vor dem Landtag ein markantes Zeichen für eine gleiche Besoldung aller Lehrer*innen in NRW setzen, indem wir eine „A 13“ aus Menschen formen. Bei der anschließenden Kundgebung spricht die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Die GEW NRW ruft alle Kolleg*innen auf, sich zu beteiligen.

nds: Wie können sich Kolleg*innen beteiligen, die es nicht nach Düsseldorf schaffen?

Marie-Luise Tebbe, Hauptschule: Wer nicht persönlich dabei sein kann, kann auch zu Hause ein Selfie machen, mit dem die Forderung nach A 13 für alle Lehrkräfte unterstützt wird. Für alle, die Düsseldorf schlecht erreichen können, planen wir weitere Aktionen am 20. November 2017 in Bielefeld und am 23. November 2017 in Münster. Außerdem ist unsere Unterschriftensammlung „Gleiches Gehalt für ALLE Lehrerinnen und Lehrer“ bei open Petition wieder geöffnet.  

nds: Warum finden die Aktionen eigentlich im November statt?

Astrid Tjardes, Grundschule: Unsere Aktionen finden im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche der GEW statt, die sich am umgekehrten Equal Pay Day orientiert. Von Mitte November bis zum Jahresende arbeiten viele Lehrer*innen in NRW unbezahlt, legt man die Besoldung nach A 13 Z zugrunde – und das jedes Jahr. Wir fordern eine faire Besoldung an 365 Tagen im Jahr!
Die enorme Zahl unbesetzter Stellen an Grundschulen zeigt, dass für junge Kolleg*innen bei ihrer Berufswahl die späteren Verdienstmöglichkeiten eine große Rolle spielen. Im Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen sind gleichzeitig mehrere tausend ausgebildete Lehrkräfte unversorgt. Bei gleicher Besoldung und ähnlichen Arbeitsbedingungen hätten wir diese Disparität vermutlich nicht.
nds: Ist es Zufall, dass in der Vorbereitungsgruppe ausschließlich Frauen sind?
Ute Tambornino, Realschule: Das ist kein Zufall, denn Frauen sind überproportional oft in den schlechter bezahlten Lehrämtern zu finden. Wir haben es mit einer mittelbaren Geschlechterdis-kriminierung zu tun. Mit der finanziellen Aufwertung fordern wir gleichzeitig mehr Wertschätzung für die Arbeit, die Kolleg*innen an den Schulen oft unter schwierigen Bedingungen leisten.

Die Fragen für die nds stellte Anja Heifel.

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